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In Deutschland fehlen Tausende Lkw Fahrer. Die Bundesagentur für Arbeit bestätigt den Fachkräftemangel.

Was Unternehmen aus der Transportbranche vor große Probleme stellt, ist nun offiziell.

Fünf Tipps gegen Fahrermangel: Wie Sie mit der richtigen Strategie gute Fahrer finden!

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Seit Dezember 2018 erfüllt der Beruf des LKW Fahrers die Kriterien eines Fachkräfteengpasses, im September 2019 erfolgte die entsprechende Eintragung in die sogenannte „Positivliste“. Diese Liste der Mangelberufe wird zwei Mal im Jahr von der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlicht. Hier werden Berufe aufgenommen, deren Besetzung freier Stellen deutlich länger dauert als üblich. Rein rechnerisch bedeutet dies, dass auf 100 freie LKW Fahrer-Jobs weniger als 200 Arbeitslose gemeldet sind bzw. die Arbeitslosenquote in dieser Berufsgruppe unter 3 Prozent liegt. Im folgenden Beitrag erklären wir Hintergründe und zeigen mögliche Wege aus der Krise.

 

Kommen auf einen LKW nur zwei arbeitslose Fahrer, spricht man von einem Fachkräfteengpass.
Eine überdurchschnittlich hohe Vakanzzeit: gewünschter Besetzungstermin/tatsächliche Besetzung der Stelle

 

So geht es weiter:

Was Unternehmen aus der Transportbranche vor große Probleme stellt, ist nun offiziell.

Die Einstellung von LKW Fahrern wird erleichert

Die späte Aufnahme in die „Positivliste“

Zu wenig LKW Fahrer - ein seit vielen Jahren bekanntes Problem

Vom Helfer mit LKW Führerschein zur qualifizierten Fachkraft

Der LKW Fahrermangel hat gute Gründe

Die Zahl der Ausbildung steigt - auf niedrigem Niveau

Mit der richtigen Strategie qualifiziertes Fahrpersonal finden

Die Top 5: So arbeiten Stellenanzeigen erfolgreich

Die Konkurrenz aus dem Ostblock hat den Markt stark verändert

Mit LKW Fahrer aus Drittländern den Fachkräfteengpass abwenden

Die Lösungen gegen den Fahrermangel liegen auf dem Tisch.

 

Die Einstellung von LKW Fahrern wird erleichert

Damit es für Arbeitgeber zukünftig einfacher ist, qualifizierte LKW Fahrer aus Nicht-EU-Ländern einzustellen, werden die Bestimmungen zur geregelten Zuwanderung gelockert. Am 1. März 2020 tritt das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Zum Beispiel entfällt die Vorrangprüfung, Arbeitgeber müssen nicht mehr nachweisen, dass es für die freie Stelle keine inländische Arbeitskraft gibt. Die Ansprüche an deutsche Sprachkenntnisse werden gesenkt und Zeugnisse und Zertifikate werden unbürokratischer anerkannt.

 

Die späte Aufnahme in die „Positivliste“


Das der Beruf des Kraftfahrers trotz eklatanten Fahrermangels erst im vergangenen Jahr in die Positivliste aufgenommen wurde, liegt an der Berechnungsart der Bundesagentur für Arbeit. Die Engpassanalyse basiert auf Grundlage der Statistikdaten der Agentur und berücksichtigt dabei die gemeldeten Stellen und die registrierten Arbeitslosen und Arbeitssuchenden. Doch viele Spediteure haben ihre freien Stellen nicht bei der Agentur gemeldet, da dieser Weg der Personalsuche in der Regel selten von Erfolg gekrönt wurde. Somit muss davon ausgegangen werden, dass für 10 gesuchte Lkw-Fahrer nur eine offene Stelle an die Agentur gemeldet wurde, weil die Unternehmen nicht an eine erfolgreiche Vermittlung glaubten. Dieses Verhalten der Spediteure führte dazu, dass das ganze Ausmass des Fahrermangels viele Jahre statistisch nicht erfasst werden konnte.

 

Arbeitsmarktentwicklung LKW Fahrer im Zeitraum 2011 bis 2018
Die Betrachtung der Arbeitsmarktentwicklung über einen Zeitraum von 9 Jahren verdeutlicht die drastischen Zustände

Zu wenig LKW Fahrer - ein seit vielen Jahren bekanntes Problem

 

Das Problem besteht seit mehr als 20 Jahren, die jetzige Situation war mehr als vorhersehbar. Aktuell fehlen zwischen 45.000 und 60.000 Fahrer, wie der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) und der Bundesverband Güterverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) schätzen. Zugleich zeichnet sich der demografische Wandel in diesem Berufsbild besonders deutlich ab: Das BGL rechnet damit, dass sich in den nächsten Jahren jährlich über 25.000 Fahrer in den Ruhestand verabschieden.

Seit Jahren werden verschiedenste Maßnahmen zur Verbesserung der Lage diskutiert, doch geändert hat sich wenig. Immer schneller, immer billiger - der Druck auf die gesamte Transprtbranche ist enorm. Doch angesichts steigender Transportleistung - insbesondere durch den immer stärker wachsenden Online-Handel - droht ein enormer wirtschaftlicher Schaden, wenn nicht umgehend gehandelt wird. Bereits jetzt ist der LKW Fahrermangel für viele Unternehmen zu einem großen wirtschaftlichen Risiko geworden.

 

Vom Helfer mit LKW Führerschein zur qualifizierten Fachkraft

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Das Bild von Truckern, die auf einsamen Straßen endlose Freiheit und wilde Abenteuer erleben, ist ein reines Klischee. Die Realität sieht völlig anders aus. Tagelange Touren mit hohen Termindruck trennen viele LKW Fahrer von ihren Familien. Sie sorgen für gefüllte Regale in den Supermärkten, sind aber gleichzeitig ein Störfaktor auf der Autobahn und erfahren somit eine mangelnde Wertschätzung in der Bevölkerung. Zu guter Letzt ist die geringe Bezahlung ein wesentlicher Faktor für den Fahrermangel. Zwar sind in den vergangenen Jahren die Löhne der Fahrer gestiegen und einige Unternehmen locken mit Sonderprämien, Massagen und Fitnessräumen, PKWs und Handys zur privaten Nutzung, und doch ist das Gehaltsniveau nach wie vor im unteren Bereich angesiedelt. Doch das Hauptproblem ist, wie eine LKW Fahrer-Befragung ergeben hat - das schlechte Image dieser Berufsgruppe.

Es ist an der Zeit für einen grundlegenden Imagewandel, denn der Lastkraftwagenfahrer ist längst sehr viel mehr als ein Fahrer. Während vor 50 Jahren ein einfacher LKW Führerschein ausreichte, um mit einem vollbeladenen LKW durch ganz Europa zu fahren, sind die Anforderungen an das Fahrpersonal enorm gestiegen. Die Ausbildung wurde von zwei auf drei Jahre erweitert, um den zunehmenden Anforderungen durch die Gesetzeslage, der Technisierung und Digitalisierung gerecht zu werden.

 

LKW-Fahrer. Frueher Hilfskraft, jetzt begehrte Fachkraft
LKW fahren war gestern. Ist es Zeit für eine neue Berufsbezeichnung, die den vielseitigen Anforderungen entspricht?

 

Der LKW Fahrermangel hat gute Gründe

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Neben den häufig geringen Arbeitslöhnen sehen sich LKW-Fahrer mit diversen anderen Belastungen konfrontiert. In der Vergangenheit beschränkte sich die Arbeit hauptsächlich auf das Wesentliche, nämlich auf das Fahren. Heute ist die Realität eine andere. Das Personal zum Be- und Entladen wurde vielerorts abgeschafft und in den Tätigkeitsbereich der Fahrer verlagert.

Das erhöhte Transportaufkommen führt zu immer mehr Verkehr und somit zu immer mehr Staus. Die meisten Berufskraftfahrer stehen unter einem permanenten Zeitdruck, die Ware rechtzeitig anzuliefern. Dieser Termindruck verleitet zu einer unvorsichtigen Fahrweise, die auch immer wieder zu schweren Unfällen führt.

LKW Fahrer, die nicht selten eine 60-Stunden-Woche bewältigen müssen, sind zu gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten verpflichtet. Doch auch hier gibt es für ein seit Jahren bekanntes Problem weiterhin keine Lösung. Es fehlen Hunderte LKW Parkplätze. Übermüdete Fahrer überschreiten auf der Suche nach einem Ruheplatz unfreiwillig die erlaubte Fahrzeit und am Ende bleibt viel zu oft nur häufig nur die Möglichkeit des (gefährlichen) Wildparkens, fernab von einer gesunden Mahlzeit und sanitären Räumlichkeiten.

Einmal in der Woche ist für den Fernfahrer eine längere Ruhezeit gesetzlich vorgeschrieben. Dann darf er seinen Lkw 45 Stunden lang nicht fahren. Obwohl es gesetzlich verboten ist, übernachten die meisten Kraftfahrer auf dem Rastplatz in der Schlafkabine. Für viel Spot sorgte der Vorschlag des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer, dass diese Ruhezeit nicht im LKW sondern im Hotel verbracht werden muss. So wie es allgemein zu wenig Stellplätze gibt, so gibt es mit Sicherheit nicht genügend Hotels mit verfügbaren LKW-Parkplätzen. Hinzu kommt, dass die Fahrer die Verantwortung für LKW und Ladung haben und es kaum wagen, das Fahrzeug unbeaufsichtigt zu lassen. Dieselklau, Planenschlitzerei und Ladungsdiebstahl sind an der Tagesordnung.

Die Digitalisierung und moderne Technik sind auch in der Welt der Logistikunternehmen wichtige Errungenschaften. Die Kehrseite der Medaille: Durch die Ausstattung mit GPS und Telematik ist der Fahrer praktisch gläsern. Die Mitarbeiter im Büro sehen jederzeit, wo sich welcher Laster befindet, selbst der Fahrstil des Fahrers wird protokolliert.

Das Ende der Wehrpflicht hat den Mangel verschärft. Der Wegfall der Wehrpflicht 2011 hat die Transportbranche stark getroffen, denn die Bundeswehr war die größte Fahrschule Deutschlands. Jedes Jahr nutzen zwischen 10.000 und 15.000 junge Menschen die Möglichkeit, den LKW-Führerschein bei der Bundeswehr zu machen - und zwar kostenlos.

In Eigenregie kostet der LKW-Führerschein knapp 5.000 Euro!


Die Zahl der Ausbildung steigt - auf niedrigem Niveau


Ein weiterer Grund für den Fahrermangel ist der fehlende Nachwuchs. Auch hier gehört die geringe Ausbildungsvergütung und das schlechte Image dieses Berufsbildes zu den meist genannten Gründen. Hinzu kommt, das sehr junge Schulabgänger bis zu zwei Jahre warten müssen, bis sie endlich Lkw fahren dürfen. Nach dem Gesetz darf der Führerschein erst mit 21 Jahren gemacht werden, in der Ausbildung bereits mit 18. Doch die meisten Jugendlichen, die an einer Ausbildung interessiert sind, verlassen die Schule mit 16 Jahren. Hier gilt es, diese zwei Jahre sinnvoll zu überbrücken und die Gehälter während der Ausbildung attraktiver zu gestalten, damit potentielle Berufskraftfahrer sich nicht für andere Berufszweige entscheiden. Teilweise haben sich kleinere und mittelständische Speditionen zusammen geschlossen und Ausbildungsallianzen gebildet. Azubis gehen auch in andere Unternehmen, um dort Bereiche kennenzulernen, die im eigenen Betrieb nicht angeboten werden können.

Die dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer ist dual geregelt und findet parallel an Berufsschule und Ausbildungsbetrieb statt. Die Gesamtzahl der Ausbildungsverträge stieg im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent, doch leider ist die Rate der Ausbildungsabbrecher insbesondere im ersten Jahr mit 47,7 Prozent überproportional hoch.

 

Die dreijährige Ausbildung zum BKF ist nicht attraktiv genung
Unsichere Situation vor der Ausbildung: Die Vergütung für Azubis ist nicht tarifgebunden.

 

Mit der richtigen Strategie qualifiziertes Fahrpersonal finden


Auf dem Arbeitsmarkt rund um qualifizierte Berufskraftfahrer regelt auch hier das Angebot die Nachfrage. Gute Fahrer können sich ihren Job aussuchen, unzufriedene Fahrer sind in der Regel jederzeit wechselwillig und warten nur auf das nächste bessere Angebot. Diesen Umstand sollten sich die Transportunternehmen zu Nutze machen. In der täglichen Arbeit unseres zielgruppenspezifischen Anzeigenportals LKW-FAHRER.GESUCHT.com erleben wir, welche Netze ausgeworfen werden müssen, um geeignetes Fahrerpersonal zu ergattern. Aus unserer langjährigenErfahrung heraus haben wir folgende „5 goldene Regeln“ entwickelt, die eine Stellenanzeige zu einer perfekten Stellenanzeige machen und mit der bis zu 150 Bewerbungen generiert werden können!


Die Top 5: So arbeiten Stellenanzeigen erfolgreich

1. Eine treffsichere Stellenbeschreibung erhöht die Erfolgschancen deutlich

 

Die 5 W-Fragen für eine gute Stellenanzeige beantworten

 

„Wir sind…“ => Die Selbstdarstellung

„Wir suchen…“ => Die Stellenbeschreibung

„Wir erwarten…“ => Das Anforderungsprofil

„Wir bieten…“ => Die gebotenen Leistungen

„Wir bitten…“ => Die Bewerbungsmodalitäten

 

 

2. Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Viele LKW Fahrer identifizieren sich mit „Ihrem“ LKW, aus diesem Grund gehört ein Fahrzeug-Foto in jede Anzeige. Insbesondere auf Facebook ziehen Bilder eine besondere Aufmerksamkeit auf sich.

3. Bewerben ohne Hürden

Online-Expressformulare ermöglichen einen unkomplizierten Bewerbungsprozess. Die zehn wichtigsten Fakten wie Berufserfahrung, Führerschein, Gehaltswunsch u.s.w. beantwortet der Bewerber ganz einfach durch einen Klick.

4. Am Puls der Zeit

Online-Stellenbörsen haben das Inserat in der Zeitung abgelöst, 95 Prozent aller wechselwilligen LKW Fahrer suchen ihren neuen Job (mobil) im Internet. Zielgruppenspezifische Jobbörsen erzielen hier natürlich die größten Erfolge.

5. Suchen und Finden

Durch das sogenannte „Active Sourcing“ werden passiv suchende Kandidaten angesprochen, die ihr Profil in einer Bewerberbörse hinterlegt haben. In der Regel befinden sich diese Fahrer noch in einem Arbeitsverhälnis , sind interessanten Jobangeboten gegenüber durchaus wechselwillig.


Die Konkurrenz aus dem Ostblock hat den Markt stark verändert

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Auf Deutschlands Straßen sind viele ausländische Fahrer, vor allem aus Osteuropa, unterwegs. Fahrer aus Polen, Bulgarien und Rumänien fahren für deutlich weniger Geld als die deutschen Kollegen – in ihrer Heimat ist ihr Lohn verhältnismäßig hoch.

 

Der Ostblock hat die Transportbranche stark verändert
Quelle: Bundesagentur für Arbeit

 


Aber auch Speditionen aus dem Ostblock haben die Branche extrem verändert. Die Langstrecken sind mittlerweile fest in osteuropäischer Hand. Im Wettbewerb bei Touren im internationalen Fernverkehr können deutsche Speditionen nicht mehr mithalten, für die deutschen Fahrer bleiben nur noch die Kurzstrecken. Ein Blick in einen deutschen Seehafen zeigt: Container, die eine weite Reise vor sich haben, werden nicht von deutschen Transportunternehmen abgeholt.

Um Wettbewerbsverzerrungen auszuschließen, dürfen ausländische Speditionen nur unter bestimmten Voraussetzungen und in einem begrenzten Zeitraum von wenigen Tagen ihre Touren innerhalb Deutschlands fahren, im Fachjargon „Kabotage“ genannt. Leider gibt es zu wenig Kontrollen und zu viele Schlupflöcher im System, um den ruinösen Preiskampf durch Lohndumping der Fahrergehälter zu verhindern.


Mit LKW Fahrer aus Drittländern den Fachkräfteengpass abwenden

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Der Beruf des LKW Fahrers ist nun offiziell ein anerkannter Mangelberuf. Qualifizierte Fachkräfte können nun ohne weiteres eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Deutschland erhalten. Bezahlbares Fahrerpersonal könnte in Bosnien, Serbien oder aus der Ukraine akquiriert und zu deutschen Mindestlöhnen bezahlt werden. Ob die Öffnung unseres Arbeitsmarktes für Fahrer aus Drittländern einen Teil zur Lösung des Fahrermangels beiträgt, wird sich zeigen. Doch es spielt keine Rolle, welche Nationalität der LKW Fahrer in Zukunft auf Deutschlands Straßen haben wird. Wichtig ist, dass sich in absehbarer Zeit dringenst die Mißstände ändern, die in den vergangenen 20 Jahren zum Fahrermangel maßgeblich beigetragen haben.

Die Lösungen gegen den Fahrermangel liegen auf dem Tisch.

Die Ursachen für den LKW Fahrermangel sind allen Beteiligten in der Logistikbranche seit Jahren bekannt. Nun ist es an der Zeit, die viel diskutierten Maßnahmen in die Tat umzusetzen.

 

1. Anerkennung durch die Gesellschaft

Das schlechte Image des LKW Fahrers hält sich hartnäckig. Die Gründe? Es rücken nur die in unseren Fokus, die sich im Straßenverkehr schlecht benehmen, in Jogginghose ungepflegt die Rasthöfe bevölkern und auf einschlägigen TV Sendern mit Fake-Geschichten für gute Einschaltquoten sorgen. Der überwiegende Teil macht einen hervorragenden Job und sorgt für gefüllte Kühlschränke. Diesen Umstand in die breite Öffentlichkeit zu tragen, ist die Aufgabe der Arbeitgeber und Verbände.

 

2. Höhere Löhne


Der Druck im Transportgewerbe ist groß, insbesondere weil osteuropäische Speditionen aufgrund niedrigerer Löhne Frachten günstiger fahren. Um mithalten zu können, haben deutsche Transportunternehmen häufig an den Gehältern gespart und billigere Fahrer eingestellt. Doch ein Umdenken ist erkennbar, die Löhne steigen, wenn auch auf niedrigem Niveau.

 

3. Wertschätzung durch den Arbeitgeber


In Zeiten des Fahrermangels sollten Arbeitgeber den Wert des Berufskraftfahrers neu definieren. Wer verzweifelt nach Fahrern sucht, muss ihnen respektvoll gegenübertreten. Aus dieser Einsicht sind inzwischen diverse Initiativen entstanden, die sich für ein Umdenken innerhalb der Branche einsetzen. Zum Beispiel die Partner von „Fair Truck“, www.fair-truck.de, haben sich auf folgende Kriterien geeinigt:

• Wertschätzung und Partnerschaft
• bessere Entlohnung
• Qualifizierung, Sicherheit, Gesundheit
• Nachhaltigkeit und Umwelt

 

4. Die Parkplatzsituation verbessern


Die Not ist groß und die Situation wird durch das erhöhte Transportaufkommen immer schlimmer. Für viele Fernfahrer beginnt nach einem anstrengenden Arbeitstag die nervenaufreibende Suche nach einem Übernachtungsplatz.


Mehr sichere Parkplätze, die rechtzeitig von der Disposition oder Fahrer gebucht werden können, sind dringend notwendig. Es gibt einige neue Vorschläge, die bereits im Bundesverkehrsministerium und bei der EU-Kommission diskutiert werden. Zum Beispiel: Ein Teil der Lösung liegt bei den Speditionen selbst. Diese haben oftmals Platzreserven auf dem Betriebsgelände, wenn die eigenen Fahrzeuge auf Tour sind. Die notwendige Aufrüstung der Fläche in Höhe von ca. 30.000 Euro ließen sich durch Parkgebühren refinanzieren. Eine mögliche Förderung durch den Bund und der EU könnte ein Anreiz zur Umsetzung und ein Schritt in Richtung Problemlösung sein.

 

5. Probleme an der Rampe lösen


Lange Wartezeiten, schlechte Behandlung, Ware entladen, Folie von den Paletten entfernen, regelmäßiger Ärger wegen Tauschpaletten - die Zustände an den Verladerampen machen den Beruf des LKW Fahrer noch unattraktiver.

Der „Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die „9 goldenen Rampenregeln“ entwickelt, um die Arbeit des LKW Fahrers an der Laderampe zu erleichtern. Um die permanenten Konflikte weitestgehend zu vermeiden, sind sowohl die Logistikbranche als auch der Handel gefordert:

  • Regel 1: Ausreichende Kapazitäten an den Laderampen sicherstellen
  • Regel 2: Ausreichend Parkraum für Wartezeit und Vorabfertigung bereithalten
  • Regel 3: Ausreichende Rampenöffnungszeiten gewährleisten
  • Regel 4: Vereinbarte Zeitfenster einhalten
  • Regel 5: Informationsfluss verbessern
  • Regel 6: Vorhaltung von Tauschpaletten sicherstellen
  • Regel 7: Zuständigkeit für Be- und Entladung klar regeln
  • Regel 8: Persönlichen Umgang verbessern
  • Regel 9: Sprachkompetenz von Fahrern und Ladepersonal verbessern

    Zu den Regeln in aller Ausführlichkeit geht es hier: DIHK Rampenregeln

6. Der Zukunft mit Weiterbildung begegnen


Die Digitalisierung und der technische Fortschritt haben auch in der Logistik Einzug gehalten. Manche Prozesse - zum Beispiel Touren im Seecontainerhafen - können ohne die entsprechende technische Ausstattung nicht mehr durchgeführt werden. Regelmäßige Schulungen unterstützen den Fahrer in seinen täglichen Arbeitsabläufen.

 

7. Verstärkt auf den Nachwuchs setzen


Viele der angehenden Berufskraftfahrer sind 16 Jahre alt, wenn sie die Schule verlassen und auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Zu jung in den Augen vieler Unternehmer. Dabei macht es durchaus Sinn, mit einem 16-jährigen einen Ausbildungsvertrag zu schließen, bevor er sich für einen anderen Beruf entscheidet. In der dualen dreijährigen Ausbildung kann der Azubi bereits mit 17 Jahren mit der Führerscheinklasse B beginnen, Fahrstunden absolvieren und die Prüfungen machen. Im Rahmen der Ausbildung darf er mit 18 Jahren dann bereits einen einen 40 Tonnen fahren.

Die Ausbildungsinhalte mit den späteren vielseitigen Aufgaben ist vielen jungen Menschen gar nicht bekannt. Aus diesem Grund ist es so wichtig, die Ausbildung zu überarbeiten und auf den jungen Nachwuchs anzupassen und in Schulen und Ausbildungsmessen über diesen Beruf ausführlich zu informieren.

 

8. Potential der Migranten nutzen


Die Bundesagentur für Arbeit und einige Jobcenter finanzieren in Zusammenarbeit mit Fahrschulen speziell auf Migranten ausgerichtete Kurse. Der überwiegende Teil der Schüler kommt aus Syrien. Innerhalb von 6 Monaten werden LKW- oder Busfahrer ausgebildet, die damit eine Perspektive haben, den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie eigenständig zu verdienen.

Die gesetzlichen Richtlinien sehen vor, dass IHK-Prüfungen nur in deutscher Sprache durchgeführt werden dürfen. Damit die Schulung nicht an mangelnden Sprachkenntnissen scheitert, wurde das Fachvokabular in zweisprachigen Vokallisten zum Lernen und Verstehen angelegt, gleichzeitig wurden die Prüfungsfragen in ein leicht verständliches Deutsch übersetzt. Eine gute Initiative, von der beide Seiten profitieren.

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